Mittwoch, 11. April 2012

Nunca houve noite, que pudesse impedir o nascer do sol e a esperanca.

Erstmal noch FROHE OSTERN!!! :)

Als ich mich letztes Jahr Ende Juli verabschiedet habe, hab ich jedem "Frohe Weihnachten, nen guten Rutsch und frohe Ostern" gewünscht. Jetzt ist Ostern schon vorbei und die Zeit rennt davon.

Wie hab ich Ostern verbracht?
Bis Samstag waren Verwandte hier und wir haben ganz viel Chipa und Sopa Paraguaia gegessen. Chipa ist eine Art Gebäck aus Käse, Maismehl, Eiern, Öl und so und Sopa Paraguaia kann man glaube ich mit Quiche oder so vergleichen.. oder Zwiebelplotz in trocken.

Am Samstagabend wär ich dann FAST zu einem Konzert von Gusttavo Lima (GEIL!) gegangen, es war alles geplant - dann kam die Frage mit der Minderjährigkeit auf und ich hab alles abgeblasen.
Im Endeffekt war es aber gut so, der liebe Gott hatte besseres vor:
Ich bin am Samstag in die Osternacht und mir hats richtig gut gefallen.
(Außerdem war es so ziemlich die erste Osternacht, in der ich nicht eingeschlafen bin ;D)

Am Ostersonntag bin ich dann frühs in die Kirche und meien Freunde haben dort ein kleines Theaterstück zur wahren Bedeutung von Ostern aufgeführt und ein Lied gesungen, das mich zum Heulen gebracht hat.. ich hab gemerkt, dass ich total an den Leuten hänge. Sie sind so eine tolle Gemeinschaft. Gleichzeitig hab ich gemerkt, dass ich immer die Austauschschülerin auf Zeit war und sein werde. Ich werde immer was "Besonderes" sein, nie brasilianisch. Und vor allem: Auch wenn ich zurückkomme und die Leute wiedersehe, werde ich immer nur der Besuch sein. Das tut irgendwie höllisch weh.. Das ist ne Sache, die glaube ich nur Austauschschüler verstehen. Man kommt in ein neues Land, will sich heimisch fühlen und fängt an, Emotionen an Land und Leute zu binden. Dann kommt der Zeitpunkt, an dem man sich langsam davon loseisen muss. Das sind die schwersten Momente im Auslandsjahr.
Heimweh? Taucht nur seltenst auf (und auch nur zu Beginn).
Gelüste auf bestimmtes Essen? Kriegt man in den Griff.
Man vermisst das Klima im eigenen Land? Kinkerlitzchen. Einfach bei Regen die Regenjacke anziehen.
Das alles ist NICHTS gegen das, was ich im Moment erfahre. Du bist Teil einer Gemeinschaft und weißt, dass sich die Gemeinschaft auch ohne dich weiterdrehen wird. Du wirst aber nach Hause gehen. Wirst du sie je wiedersehen? Wenn ja, wann? Werden sie sich arg verändern? Wirst DU dich arg verändern?
Das ganze wird dadurch verstärkt, dass ich doch in einer Region lebe, die eben eine weniger "zivilisierte" ist - in unserem Sinne. Nicht jeder hat Internet, von Computern ganz zu schweigen. Wie kann ich mit den Leuten in Kontakt bleiben? Das sind so Dinge, die einen beschäftigen, und die einem ganz schön auf den Magen gehen. Und bei aller Liebe, aber KEINE Worte der Welt helfen in so einer Situation. Weder ein "Du wirst sie wiedersehen" noch ein "Ach komm schon, in Deutschland hast du auch ein schönes Leben!" bringt da irgendwas. Hat man diesen Scheißmoment, muss man sich dem einfach hingeben und mit sich selbst klarkommen, in der Hoffnung, bald wieder hochzukommen.
Sich selbst in den Hintern treten und dazu motivieren, die verbliebene Zeit zu genießen und sich nicht zu verkrümeln. Nur wer einen Austausch gemacht hat oder irgendwie damit eng in Kontakt steht, kann das verstehen. Das Gefühl, Menschen jetzt schon zu vermissen, obwohl man noch 2 einhalb Monate mit ihnen hat.

Sorry, wenn euch das eigentlich Null interessiert und langweilt, aber der Blog dient mir auch ein bisschen als Erinnerung, weil ichs nicht immer schaffe, mein persönliches Tagebuch zu schreiben.. :D

So. Nun zurück zum EIGENTLICHEN Thema dieses Blogs :D
Auch wenn ihr nix vom Liedtext verstehen werdet, das hier ist das Video, das ich von dem Lied aufgenommen habe, dass meine Freunde in der Kirche gesungen haben. Es heißt "Sou um milagre", zu deutsch "Ich bin ein Wunder". Jedes Mal, wenn ich es seh, schießts mir die Tränen in die Augen. Ich bin am Sonntag sogar frühs und abends in die Kirche, weil ich es frühs weng vercheckt hab mit dem Aufnehmen :D Und ich wollte unbedingt ein Erinnerungsvideo, also bin ich abends mit 2 Kameras und Handy bewaffnet nochmal in die Kirche ;)



Das Lied war ein viel tolleres Osternest als all die Schokolade zusammen, die ich bekommen hab ;P
Hier ist es nämlich üblich, dass man sich gegenseitig Schokoeier schenkt. Ihr kennt sicherlich diese rießen Ostereier, die mit Pralinen gefüllt sind? Die gibts hier von allen möglichen Marken. Schweineteuer, aber man steht quasi in der Pflicht, jedem Familienmitglied eins zu schenken. Manche schenken alternativ auch so Schachteln mit den unterschiedlichsten Schokoriegeln.
Ich hab also ein Osterei (weiße Schokolaaaade x) ), 2 von den Schachteln und ein Osternest mit einem kleinen Eilein und Schokoriegeln bekommen :) Und dann wunder sich nochmal jemand, wenn man zunimmt... ;)

Neidisch?? :P

Solche Geilheiten gibts nur hier! Schoki mit Krokant und Kokosnusscremefüllung (Beijinho)

Aber wie gesagt, die Schokolade war für mich wirklich zweitrangig. Ich bin heilfroh, dass ich nicht zum Konzert gegangen bin, es hat nicht sollen sein und war so 100% besser.
Am Sonntagabend nach der Kirche bin ich noch zur Jugendgruppe und da wurden ein paar Sachen angesprochen, die mir auch echt weitergeholfen haben.
Insgesamt also emotionale aber tolle Ostern!

Ich hoffe, bei euch wars auch gut ;)

Bis bald! :)

Kommentare:

  1. PS: Der Titel ist ein Stück aus dem Lied und bedeutet ca "Es gab nie eine Nacht, die die Geburt der Sonne (Sonnenaufgang??) oder der Hoffnung verhindern könnte".
    Auf Portugiesisch klingts viel schöner, kann aber auch sein, dass ich einfach nicht die richtigen Worte finde - Pardon! :D

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Anne,
    glaubst du eigentlich wirklich, dass dein Blog jemanden langweilt oder keinen interessiert? Du packst deine Gefühle immer so geschickt in Worte und ich kann dir für deine vielen wundervollen Artikel nur DANKE sagen. Vielen Gasteltern geht es übrigens ähnlich, auch sie investieren viel Herzblut in die Beziehung zu ihrem Gastkind und können nur hoffen, dass der Kontakt auch nach dem gemeinsamen Jahr irgendwie bestehen bleibt.
    Alles Liebe
    Petra

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Petra,
    ich befürchte, dass es Leute gibt, die eigentlich nur lesen wollen, was ich tolles erlebe, Abenteuer, Andersartiges - aber Austausch ist eben nicht nur das ;) Die kleinen, aber feinen (emotionalen) Momente machen die Würze.
    Toll, dass es dir gefällt, ich ringe mit den Worten, weil es mir nicht leicht fällt, mich geschickt auszudrücken.
    Ich hoffe einfach, dass ich irgendwie den Kontakt halten kann und plane schon fest, spätestens zur WM 2014 zurück zu kommen.
    Bis bald!
    Anne

    AntwortenLöschen
  4. Klasse Eintrag Anne, du sprichst mir aus der Seele, ich finde irgendiwe nie Worte sowas zu beschreiben! Chapeau!

    AntwortenLöschen